IGEL Usedom-Verlag

Insel-Geschichten von Land und Leuten

Vom Heiligen Christ und Knecht Ruprecht in Vorpommern vor 100 Jahren

Obwohl das Erscheinen des hl. Christ auch vom Geldbeutel abhängig ist, so hat mancher Katenmann doch ein Schweinchen geschlachtet und 20 grobe und 10 Feinbrote gebacken. Das Fleisch muss das ganze Jahr und das Brot bis Ostern ausreichen. Dazu hat er ein Quart Schnaps ein Pfund Tabak und jedes seiner Kinder für einen Silbergroschen Semmeln. Trotzdem ist es fraglich, ob der reichste Gutsbesitzer ein fröhlicheres Weihnachtsfest feiert.

Kiek ees, wat is de Himmel so rot,
doe bakken de leven Engel dat Brot.
Dor bakkt de Wihnaksmann sine Stuten
Vör all de lütten Leckersnuten.

Wihnaksmann, ick bääd di an,
`n lütten Pötter bün ick man,
väll bääden kann ick nich,
Wihnaksmann, verget mi nich.


Eine Sage über die Christrose
Christrosen

In der Zeit der Christianisierung flackerte überall in Pommern der Glaube an Swantevit und andere heidnische Götter wieder auf, so auch in einem kleinen Dorf wo ein einzelner Mann an Gott und Jesus Christus glaubte. Aber er wurde verraten und in der heiligen Nacht eingekerkert. Das Todesurteil war für den nächsten Tag angesetzt und der Priester sprach höhnisch: „Wenn über Nacht in der bitteren Kälte Blumen in der Hinrichtungsstätte erblühen, dann soll der Christ frei sein und der gesamte Ort den Christenglauben annehmen“. Der Unglückliche betete die ganze Nacht und fand im Glauben Kraft und Trost. Als er mit den ersten Sonnenstrahlen zum Richtplatz geführt wurde, standen unter der Eiche, an der er hängen sollte, viele Christrosen. Die Dorfbewohner bestaunten das Wunder und traten geschlossen zum Christentum über.
Seit dieser Zeit blühen die Christrosen in Pommern.


Der Gedenktag an die Heilige Barbara (4. Dezember)

Als im 3. Jh. die Christen noch verfolgt wurden, hatte sich die Tochter eines reichenApfelblüte Kaufmanns in einer römischen Provinz zum Christentum bekannt. Aus Furcht vor dem grausamen Vater konnte sie sich zunächst in eine Felsenhöhle retten, als der Vater sie dort gefunden hatte ließ er die „Abtrünnige“ in einen Turm einmauern, wo sie auch starb.
In Erinnerung an die Höhle wählten die Bergleute sie zur Schutzheiligen und noch heute stellen die Bergleute am 4. Dezember brennende Lichter in die Stollen. Während ihr trauriges Schicksal im Turm der Grund ist weshalb sie von allen in der Höhe arbeitenden Handwerkern, wie Dachdecker, Maurer und Zimmerleute ebenfalls zum Schutz angerufen wird.
Da ihr Vater kurz nach seiner Untat vom Blitz erschlagen wurde, stellte man Kirchen deren Türme bei Gewitter besonders gefährdet sind, ebenfalls unter dem Schutz der Heiligen Barbara.
Bis heute ist der Brauch überliefert, daß am Barbaratag Zweige ins Zimmer geholt werden, die zu Weihnachten im Blütenschmuck stehen worin unsere Vorfahren Wunder und Hoffnungszeichen sahen. So hofften die Bauern auf eine reiche Ernte während junge Mädchen den Zweigen Namen gaben und welcher dann zuerst blühte, konnte der Ehemann werden.


Der Nikolaustag (06. Dezember)

Der später heilig gesprochene Nikolaus soll um 270 in der kleinasiatischen Hafenstadt Patara geboren sein. Als früher Christ wurde er verfolgt und gefangen genommen und später wieder befreit. Wegen seiner Frömmigkeit und Mildtätigkeit wurde er zum Bischof der nahen Stadt Myra gewählt. Der 06. Dezember 343 gilt als sein Todestag.
Drei Jahrhunderte später wurde ein Mönch aus einem Kloster nahe Myra Bischof der Stadt Pinara.
Diese beiden Personen verschmolzen in der Überlieferung zu einer Legendären! Der heilige Nikolaus hatte so die besten Voraussetzungen um einer der vielseitigsten Heiligen zu werden. Er ist Schutzpatron der Kinder und Schüler, aber er rettet auch aus Todesnot vor allem aus Seenot, deshalb wurden ihm besonders in Küstenorten Kirchen geweiht. Im Mittelalter wurde in vielen Teilen Europas am 6. Dezember ein Knabenbischof gewählt und feierlich eingekleidet. Dieser zog dann wie Jesus mit seinem Gefolge durch die Stadt, daher ist die Sitte ihren Ursprung, daß Kinder am Abend vorher einen geputzten Schuh oder Stiefel vor die Tür stellen, um diesen dann am nächsten Morgen mit Naschereien gefüllt vorzufinden.

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