IGEL Usedom-Verlag

Insel-Geschichten von Land und Leuten

Während wir Kinder gleich ins Nachbarzimmer verschwinden wollen, sehen sich Mutti und Papa etwas hilflos an. Früher war das fotografieren aufwendig und mit einem gewissen Risiko behaftet.Früher war das fotografieren aufwendig und mit einem gewissen Risiko behaftet. Es scheint als habe Tante Trude darauf nur gewartet, denn sie sagt nur: „Laßt den Kindern doch Ihren Spaß und auch für Euch die Garderobe aussuchen. In der Zwischenzeit erzähle ich euch, wie die Berliner ihre Badewanne auf unserer schönen Insel Usedom entdeckt haben:
Nachdem 1793 Heiligendamm als erstes deutsches Seebad gegründet worden war, schaukelten kurze Zeit später zwei Badeschaluppen im Ostseewasser. Diese später Aalkästen genannten Badeboote besaßen einen Raum, in dem sich ein größerer Holzkasten befand. Dieser bestand aus einem Gitterwerk und konnte bei Bedarf in eine gewünschte Wassertiefe hinab gesenkt werden. Heiligendamm, „ Die weiße Stadt am Meer“.Heiligendamm, „ Die weiße Stadt am Meer“. Dies war aber nur ein Zwischenschritt, denn wenige Jahre später setzten sich überall in Deutschland die Badekarren durch. In den Ostseebädern aber nur kurze Zeit, denn dort begann bald die Ära der getrennten Damen- und Herrenbäder. Diese wurden an unterschiedlichen Strandabschnitten errichtet und durch einen breiten neutralen Bereich zusätzlich voneinander abgegrenzt. Dies reichte aber noch nicht, denn aus Zinnowitz ist überliefert, dass sich die Herren während der Badestunden der Damenbadeanstalt nur bis zu 75 Meter nähern durften. Bei Übertretung waren dann 9 Mark Strafe zu zahlen. phoca thumb m 04 badebootDas Badeboot, später auch spöttisch Aalkasten genannt.Da aber Verbote die Neugier beflügelten, versuchten immer wieder sogenannte „Kieker“ mit Ferngläsern bewaffnet, einen Blick ins Damenbad zu werfen. Speziell zu diesem Zweck waren im Damenbad auch zwei Herren angestellt, wobei eine Voraussetzung für die Tätigkeit der eheliche Trauschein war. Da es keine klaren Altersgrenzen gab, bis wann die Jungen noch mit ihrer Mutter ins Damenbad gehen durften, gab es zwischen den Damen und den Angestellten auch Auseinandersetzungen um diese ernste Frage. Da hatten es die Herren der Schöpfung in ihrem Bad doch viel ruhiger und bequemer, denn man badete in kurzen Hosen.
Zu Beginn des Badewesens gab es die Empfehlung aller Badeärzte, nackt zu baden. Da beim Baden im Badekarren keine Öffentlichkeit zugegen war, konnte diesem Rat leicht Folge geleistet werden.

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